Abstract
Das thermische Verhalten von Materialien wird ueblicherweise mit thermoanalytischen Methoden wie der dynamischen Differentialkalorimetrie (DDK oder Differential Scanning Calorimetry, DSC) untersucht. Strukturelle Eigenschaften hingegen werden haeufig durch Roentgendiffraktion bestimmt. Bei genuegend hoher Roentgenstrahlbrillanz laesst sich die Struktur von einer mit einem vorgegebenen Temperaturprogramm aufgeheizten Probe als Funktion der Temperatur bestimmen. Werden gleichzeitig die kalorimetrischen Daten z.B. mit einer simultanen DDK-Messung erfasst, so laesst sich aus der Fuelle der Messergebnisse auf verschiedene physikalisch-chemische Vorgaenge in der Probe schliessen. Um das Potential einer Kombination von DDK mit Roentgendiffraktionsmessungen auszuloten, haben die Verf. ein entsprechendes Kalorimeter entwickelt, das sie genauer beschreiben. Es ist ein klassisches, symmetrisch angelegtes Kalorimeter, wobei als Probenhalter roentgenstrahlentransparente Glaskapillaren verwendet werden, die ein Probenvolumen von typisch etwa 20 l fassen. Das Kalorimeter ist optimiert fuer einen relativ kleinen Temperaturbereich (-30degree C bis 130degree C) und erlaubt Heizraten zwischen 0,001 und 10 K/min; die Temperaturaufloesung betraegt 0,01degree C. Das Geraet soll vornehmlich zur Untersuchung der Polymorphie, Phospholipiden und Triacylglycerolen eingesetzt werden. Anm. d. Ref.: Leider werden in diesem Artikel keine Ergebnisse gezeigt, die mit diesem neuen Kalorimeter bisher erzielt worden sind.