Abstract
Zusammenfassung
FRAGESTELLUNG: Der Nutzen der MRT zur präoperativen Beurteilung der Rotatorenmanschette ist erwiesen. Trotz der klinischen Relevanz existieren nur wenige Untersuchungen zur MRT-Bildgebung an bereits operierten Patienten. So erhebt sich die Frage, inwieweit die postoperative MRT einen Beitrag zur Beurteilung der Integrität der Rotatorenmanschette liefern kann. METHODE: Mindestens 10 Monate nach erfolgreicher Rekonstruktion der Supraspinatussehne, die zumeist mit einer subakromialen Dekompression nach Neer kombiniert wurde, erfolgte eine MRT in einem 1,5-Tesla-Sytem an 33 Gelenken. Nur Patienten, die mit dem Operationsergebnis zufrieden waren und 65 bis 100 Punkte im Constant-Score zeigten, wurden in die Studie eingeschlossen. ERGEBNISSE: Bei über der Hälfte der Patienten waren die direkten Diagnosekriterien einer partiellen bzw. vollständigen Sehnenruptur, wie Signalgebung und Morphologie der Sehne, positiv. Aber auch die indirekten Diagnosekriterien nach Zlatkin, wie die Beurteilung der subdeltoidalen bzw. subakromialen Fettschicht und das Auftreten subdeltoidaler bzw. subakromialer Flüssigkeit, waren häufig positiv. Zudem wurde eine Atrophie des M. supraspinatus, als ein weiteres indirektes Diagnosekriterium einer Ruptur, häufig beobachtet. SCHLUSSFOLGERUNG: In Anbetracht der exzellenten klinischen Ergebnisse unserer Patienten zeigt diese Untersuchung, dass postoperative MRT-Bilder mit Vorsicht beurteilt werden sollten. Es besteht ein hohes Risiko der Überbewertung erhobener MR-Befunde.